Völklinger Hütte oder Zollverein: Welche deutsche Industriekulturstätte besuchen?
Die beiden großen UNESCO-Industriestätten Deutschlands erzählen zwei unterschiedliche Hälften derselben Geschichte – Eisen in Völklingen, Kohle in Zollverein. Hier erfahren Sie, wie sie sich unterscheiden und welche zu Ihnen passt.
Die Völklinger Hütte wird oft mit dem Zollverein in Essen verglichen – den beiden berühmtesten industriellen Welterbestätten Deutschlands. Sie erzählen ergänzende Hälften derselben Industriegeschichte: In Völklingen wurde Eisen hergestellt, auf Zollverein wurde die Kohle abgebaut und verkokt, die Öfen wie diesen befeuerte. Doch sie liegen in unterschiedlichen Regionen und bieten ganz verschiedene Besuchserlebnisse – daher lohnt es sich zu wissen, wie sie sich vergleichen lassen.
Was ist der grundlegende Unterschied zwischen ihnen?
Das Völklinger Hüttenwerk im Saarland nahe der französischen Grenze war einst ein Roheisenwerk – der Ort, an dem Erz zu Eisen wurde. Zollverein in Essen im Ruhrgebiet war eine ehemalige Zeche und Kokerei – hier entstanden die Kohle und der Koks, die solche Hochöfen befeuerten. Das eine steht für Eisen, das andere für Kohle; zusammen decken sie die beiden Enden der Schwerindustrie ab.
Beide wurden 1986 stillgelegt und sind UNESCO-Welterbestätten, doch Völklingen wurde bereits 1994 als eines der ersten Industriedenkmäler überhaupt ausgezeichnet, Zollverein folgte 2001.
Wie unterscheiden sich die Besuche?
Völklingen bietet ungewöhnliche Bewegungsfreiheit – Sie können durch die riesigen Hallen streifen und mehrere Ebenen der Hochöfen erklimmen (für manche oberen Bereiche ist ein Schutzhelm nötig). Das wirkt roh und hautnah, näher am einstigen Arbeitsbetrieb.
Zollverein wurde seit der Schließung zu einem Kulturziel veredelt, mit Kunst, Design und Museen wie dem Ruhr Museum, und zieht rund 1,5 Millionen Besucher pro Jahr an. Es wirkt kuratierter und designorientierter; Völklingen fühlt sich eher an, als erkunde man die Maschine selbst.
Welches sollte ich wählen?
Wenn Sie im Südwesten sind – um Saarbrücken, Luxemburg oder Ostfrankreich – ist Völklingen die naheliegende Wahl, und sein überall-erkunden, Hochofen-besteigen-Charakter ist ideal, wenn Sie die rohe Größe der Schwerindustrie spüren möchten.
Wenn Sie im Ruhrgebiet oder im Raum Köln–Düsseldorf sind, ist Zollverein nah und besser geeignet, wenn Sie Museen, Architektur und einen gepflegteren Kulturtag wünschen. Die beiden liegen einige Stunden auseinander, daher wählen die meisten Besucher das näher an ihrer Route gelegene, statt beide zu besuchen.
Kann ich beide besuchen?
Ja, aber sie liegen in unterschiedlichen Regionen – Saarland und Ruhrgebiet – mehrere Stunden mit dem Auto oder Zug voneinander entfernt. Beide zu sehen bedeutet also eine eigene Industriekulturreise, nicht einen einzigen Tag.
Wenn Industriegeschichte Sie wirklich interessiert, bieten die beiden einen lohnenden Kontrast: das Eisen-Ende der Geschichte in Völklingen und das Kohle-Ende in Zollverein. Wenn Sie nur Zeit für eines haben, wählen Sie nach der Region, die Sie ohnehin besuchen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Völklingen und Zollverein?
Völklingen im Saarland war einst ein Eisenwerk; Zollverein in Essen im Ruhrgebiet war ein Kohlebergwerk und eine Kokerei. Das eine stellte Eisen her, das andere lieferte die Kohle und den Koks, die solche Hochöfen befeuerten.
Welche der beiden Stätten ist älter – die UNESCO-Welterbestätte?
Völklingen. Sie wurde 1994 als eines der ersten Industriedenkmäler in die Welterbeliste aufgenommen; Zollverein folgte im Jahr 2001.
Welche lohnt sich mehr zu besuchen?
Das hängt davon ab, was Sie suchen. In Völklingen können Sie durch die Hochöfen streifen und sie erklimmen – für ein rohes, hautnahes Erlebnis. Zollverein ist gepflegter, mit Museen und Design. Entscheiden Sie nach Region und danach, ob Sie ungeschliffene Industriekultur oder kuratierte Kulturerlebnisse bevorzugen.
Wie weit liegen sie voneinander entfernt?
Sie liegen in verschiedenen Teilen Deutschlands – Völklingen im südwestlichen Saarland, Zollverein im Ruhrgebiet – und sind mehrere Stunden mit dem Auto oder der Bahn voneinander entfernt. Die meisten Besucher entscheiden sich daher für eine der beiden Stätten, statt beide in einer einzigen Reise zu besuchen.
Kann man in Völklingen die Bauwerke besteigen?
Ja. Völklingen ist dafür bekannt, dass Besucher durch die Hallen und über mehrere Ebenen der Hochöfen gehen können – für einige obere Bereiche ist ein Schutzhelm Pflicht. Das macht das Erlebnis im Vergleich zu Zollverein so unverfälscht und roh.
Geht es in Zollverein auch um Eisen?
Nein – Zollverein dreht sich um Kohle. Es war ein Kohlebergwerk und eine Kokerei, einst eine der größten der Welt. Völklingen ist die eisenverarbeitende Seite derselben industriellen Geschichte.
Welche Stätte ist von Saarbrücken aus leichter zu erreichen?
Völklingen, mit Abstand – es liegt nur etwa 12 Minuten mit dem direkten Zug von Saarbrücken entfernt. Zollverein befindet sich in Essen im Ruhrgebiet, mehrere Stunden nördlich.
Sollte ich beide besuchen?
Nur wenn Industriekultur ein echter Schwerpunkt Ihrer Reise ist, da sie stundenweit voneinander entfernt in verschiedenen Regionen liegen. Wählen Sie andernfalls das näher an Ihrer Route gelegene – Völklingen im Südwesten, Zollverein im Ruhrgebiet.